Vergeben


Man sollte vergeben und vergessen. Normalerweise vergessen wir nichts. Wir sagen: „Ach das macht nichts“, aber das Gift frisst weiter in unserem Gemüt. Früher oder später wirkt sich das aus. Vergebt deshalb immer, wenn jemand eure Gefühle verletzt – sei es in Worten oder durch das was er tut. Vergeben ist das einzige liebevolle Wasser, das allen Schmutz wegwäscht. Vergebt und vergesst – das ist der Weg der Spiritualität.

Wenn jemand einen Fehler gemacht hat vergebt ihm. Die Menschen wollen lieber Gerechtigkeit als zu vergeben, aber denkt daran, mit Gerechtigkeit wird das Herz niemals reingewaschen.

Sant Kirpal Singh

 

 

Sant Kirpal Singh und der Taschendieb

Ich erzähle euch ein Beispiel aus meinem eigenen Leben. Einmal fuhr meine Frau mit dem Zug nach Hause und ich fuhr hin um sie am Bahnhof zu treffen. Als sie aus dem Zug kam, noch bevor ich in ihrer Nähe war, stahl ein Taschendieb ihre Geldbörse und lief weg. Als das geschah beobachtete ein aufmerksamer Polizeibeamter den Vorfall und er schnappte den Mann und gab meiner Frau die Geldbörse zurück. Der Polizist der den Dieb fest im Griff hatte, wandte sich an mich und sagte: „Ihr müsst auch mitkommen auf die Polizeistation.“ Ich machte ihm klar, dass wir ja die Geldbörse zurück bekommen hätten und damit ganz zufrieden seien. Er aber protestierte und sagte: „So etwas geschieht dauernd, ihr müsst mitkommen und Anzeige erstatten.“

Ich ging mit zur Polizeistation und saß dort länger als eine Stunde, ohne dass irgendetwas passierte. Ich sagte dem Inspektor: „Ich habe damit nichts zu tun, Sie können die Geldbörse auch behalten, ich gehe.“ Sofort nahm er meine Aussage auf und schließlich musste ich vor Gericht erscheinen. Es war das erste Mal, dass ich einen Gerichtssaal betrat. Während ich darauf wartete dass die Verhandlung beginnt, sagte der Inspektor zu mir: „Der Gerechtigkeit muss genüge getan werden.“ Ich sagte ihm: „Bruder, mit Gerechtigkeit sollte auch Barmherzigkeit verbunden sein, beides sollte Hand in Hand gehen. Mit Gerechtigkeit bleibt die Betroffenheit im Herzen, aber Barmherzigkeit wäscht alle Unreinheiten fort.“ Als der Richter den Fall angehört hatte, sagte ich: „Euer Ehren, wenn Sie einen Weg finden können, diesen Mann auf freien Fuß zu setzen, habe ich nichts dagegen.“ Der Richter war verwundert, aber er fragte die Polizei nach dem Vorstrafenregister des Mannes, und sie teilten ihm mit, dass er keine Vorstrafen habe. Der Richter stimmte zu ihn mit einem scharfen Verweis zu entlassen, und er wurde freigelassen. Dieser Mann kehrte frohen Herzens zu seiner Familie zurück. Er ging überall herum und erzählte den Menschen: „Hätte er mich nicht gerettet, wäre ich jetzt im Gefängnis.

Äußerlich scheint jemand Mitleid zu haben, und behauptet er vergibt, aber in seinem Herzen möchte er auf den der ihn verletzt hat losschlagen und ihn vernichten.

Wenn ihr kein Mitgefühl im Herzen habt, wie könnt ihr offen und ehrlich sagen, dass ihr vergebt. Gott ist Liebe und als ein Teil von Ihm, ist die Liebe die der Seele angeborene Natur.
Sant Kirpal Singh

Frage: Müssen wir allen vergeben, die uns Unrecht getan haben, bevor wir sterben, damit wir nach dem Tod auf den höheren Ebenen vorankommen können?

Sant Kirpal Singh: Wir sollten lernen zu vergeben und zu vergessen, das ist eine golden Regel im Leben um Frieden und Harmonie zu Erlangen. Das ist äußerst hilfreich um eine gelassene und kontemplative Gemütslage zu erlangen, und das wiederum wird euch mit erfolgreichen Meditationen segnen. Wer vergibt ist doppelt gesegnet. Rache zu nehmen ist feige, aber die Schwächen der anderen zu vergeben ist eine edle, rechtschaffene Tat. Die Initiierten werden angehalten, jeden Tag bevor sie sich zur Ruhe begeben eine Bestandsaufnahme zu machen, was ihre Karmas betrifft, um zu sehen, ob sie im Laufe ihres Arbeitstages jemanden verstimmt haben oder jemandem Unrecht getan haben.

Wenn ja, dann sollten sie es bereuen und um die Göttliche Gnade beten. Auch wenn andere, sie auf die eine oder andere Art verletzt haben, sollte man es im Namen des Meisters vergeben. In der Bibel gibt es ein gutes Beispiel: Dort heißt es, bevor man sich dem Gebet zuwendet sollte man die Fehler und Schwächen seines Bruders, der einen verletzt hat vergeben, damit der Vater im Himmel einem die eigenen Fehler vergeben möge. Wir müssen also durch unsere tägliche Praxis einen derartigen Sinn für das Vergeben entwickeln. Bevor wir diese Welt verlassen müssen wir allen vergeben die uns Unrecht getan haben, das wird hilfreich sein für den Fortschritt der Seele auf den inneren Ebenen.

Now do you understand what grace is? Out of grace you are all forgiven. With Avatars there is no grace. Hafiz says, ultimately at the end, he came to know that the kingdom of the Saints is of forgiveness.

 

 

There are two forces in the world: one is justice, the other is forgiveness. The justice is a good thing in the world. But what the forgiveness can work in the world, the justice cannot do. To err is human, and to forget something from a man is not a big thing. If the punishment is the only solution to the sinner always, the sin and the sinner cannot finish in the world.

You cannot wash the blood through blood, if we demand justice, justice gives the punishment of the sin done. The sinner surrenders to the punishment. But from within, he develops hate for the one who made him punish through justice. During punishment his tendency of hate develops more and continues to be more strong to revenge. And whenever he meets or comes across the person concerned, he radiates the thoughts of revenge.

Never hurt anybody. We hurt others by thinking ill of them. We think ill of others, we scheme. This is wrong, as thoughts are very potent. When you think ill of others that reacts to them like a telegraphic wire. You may not be telling anybody anything but if you think of them, radiation is there.

From the book "Morning Talks", written by Sant Kirpal Singh
Talk available as (5Mb, duration 16:06) at audio.sant-kirpal-singh.org

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